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Die Flucht und das Leben in der neuen Heimat – Projektarbeit der InteA 5

Mehrere Wochen beschäftigte sich die InteA5 im Rahmen einer Wettbewerbsausschreibung der Bundeszentrale für politische Bildung im Politikunterricht mit dem Thema: „Junge Flüchtlinge in Deutschland“.  Mit Unterstützung durch den Politiklehrer Hr. Kleiner wurden den Schülern der Klasse dabei Möglichkeiten eröffnet, zunächst über ihre Fluchtwege und deren Ursachen gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Anschließend wurden die Erwartungen an das Leben in Deutschland mit den gegenwärtigen Erfahrungen abgeglichen und persönliche Situationen in den Bereichen Wohnen, Freizeit und Schule anhand von eigenen Bildern illustriert und vorgestellt. Im nächsten Schritt wurden damit einhergehende Bedürfnisse, Probleme und Fragen bspw. zu Aufenthaltsregelungen, den Unterkünften und Arbeitsmöglichkeiten formuliert und bei einem ExpertInnengespräch mit der Flüchtlingsbeauftragten der Stadt Darmstadt Fr. Klett sowie der InteA-Sozialarbeiterin der HEMS Fr. Herrmann besprochen. Neben der Diskussion von offenen Fragen wurden dabei auch Zukunftsperspektiven der jungen Asylsuchenden in den Blick genommen. Das während des Projektes gesammelte Material wurde unter Mithilfe der IT-Lehrerin Fr. Taibi schließlich zu einer - teils bewegenden - audiovisuellen Präsentation zusammengefasst.

Festzuhalten bleibt, dass die Schüler der Klasse das Angebot der Projektarbeit gut angenommen, sich engagiert eingebracht haben und die Allgemeinheit an zum Teil sehr persönlichen Erfahrungen teilhaben lassen. Das Bild ihres Lebens lässt sich dabei oft in einem grundsätzlichen Spannungsfeld aus Freude an der gewonnenen Sicherheit, Orientierungssuche in der neuen Heimat und Ungewissheit vor der eigenen Zukunft charakterisieren. Bei der Reflexion des Arbeitsprozesses wurde von den Schülern angemerkt, dass sie den Erfahrungsaustausch sehr geschätzt haben und durch die Arbeit in dem Projekt ihre Klassenkameraden besser kennenlernen konnten. Ein weiteres Ergebnis des Projektes: Den Flüchtling als solchen gibt es nicht, sondern es existieren äußerst vielfältige und persönliche Hintergründe und Erfahrungen, die junge Menschen zur Flucht aus der Heimat veranlassen. Diese Vielfalt als Herausforderung und Chance gleichermaßen anzunehmen, ankommende Schülerinnen und Schüler aktiv zu fördern und ihnen Raum zur Entfaltung ihrer Potentiale zu geben, muss der Anspruch von Schule sein. Das „Politik-Projekt“ in der InteA5 hat dazu vielleicht einen kleinen Beitrag leisten können.

(Kle - 21.02.2017)

Empowerment für junge geflüchtete Frauen in Schule

Geflüchtete junge Frauen werden an der HEMS besonders betreut und gefördert. Sie stellen nur einen geringen Anteil der InteA Schüler*innen dar, bei ca. 80 Schüler*innen sind nur 12 weiblich. Da die Klassen nach Sprachniveau eingeteilt wurden, gibt es Klassen, in denen nur einzelne Schülerinnen sitzen. Viele dieser jungen Frauen fühlen sich in den dominant männlichen Klassen nicht wohl. Alle Mädchen äußerten den Wunsch, Freundinnen kennenzulernen, was sich aufgrund der verschiedenen Stundenpläne der fünf InteA-Klassen mit Vormittags- oder Nachmittagsunterricht als schwierig erwies. Der Verlust einzelner Schülerinnen und die Befürchtung, weitere jungen Frauen von Bildungsmöglichkeiten auszuschließen, waren die Initialzündung für das Projekt „Empowerment für junge geflüchtete Frauen in Schule“.

Bei dem Projekt „Empowerment für junge geflüchtete Frauen in Schule“ handelt es sich um die temporäre Neugründung einer rein weiblichen InteA-Klasse, in der sich die jungen Frauen mindestens einmal pro Woche in einem Zeitraum von zwei Monaten treffen. Empowerment von Mädchen ist ein pädagogischer Ansatz: Mädchen stehen dabei im Mittelpunkt – ihre Entwicklung, ihre Perspektiven, ihre Wünsche, ihre Gefühle und ihre Kultur. Selbstbehauptung von Mädchen richtet sich nicht gegen Jungen, es handelt sich lediglich um einen pädagogischen Ansatz ohne Jungen. Dies eröffnet Mädchen den Raum, ausschließlich mit anderen Mädchen und Frauen zusammen zu sein, voneinander zu lernen und zu erleben, wie unterschiedlich Mädchen sein können. Der Grund für Empowerment von Mädchen ist nicht, dass Mädchen anders sind als Jungen, sondern dass es Mädchen gibt!

 

Das Projekt wurde von der Beratungslehrerin und Klassenlehrerin der Alphabetisierungsklasse Nikola Poitzmann sowie der Sozialpädagogin für InteA Vivien Hermann geplant und durchgeführt. Ziel ist es, jungen Frauen der InteA-Klassen einen Raum zu geben, sich zu vernetzen, sie zu stärken und individuell auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Die spezifischen Fluchtgründe von Frauen, die Gefahren und Risiken, denen sie auf der Flucht ausgesetzt sind und die Integrationshindernisse, mit denen sie nach ihrer Ankunft konfrontiert sind, bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Sie brauchen Ansprechpartner*innen, an die sie sich im Vertrauen wenden können und die ihnen bei Fragen, auf die sie in ihren Familien keine Antwort finden, weiterhelfen können. Mit dem Projekt bieten wir den Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich in geschütztem Rahmen mit anderen geflüchteten und einheimischen Frauen auszutauschen. Sie sollen sich ihrer Ressourcen bewusstwerden, um selbstbestimmt handeln zu können. Weiterhin möchten wir mit ihnen persönliche und berufliche Zukunftsperspektiven entwickeln und ihnen Einblick in demokratische Prozesse geben.

(poi, herm - 10.01.2017)

Mit Spiel, Spaß und Sport zur Integration

Am 6. Juli 2016, veranstaltete die HEMS in der Sporthalle ein gemeinsames länderübergreifendes Fußballturnier für die Schulform "InteA - Integration und Abschluss" unter der Leitung des Sportkollegen Tobias Bellina. Insgesamt 40 teilnehmende Spieler aus allen InteA-Klassen spielten in gemischten Teams um den Sieg. Auch einige Lehrerkolleginnen und -kollegen ließen sich dieses Event nicht entgehen und nahmen entweder in betreuender Funktion oder als aktive Mitspieler in den jeweiligen Mannschaften teil. Neben dem sportlichen Ehrgeiz ist vor allem das Fairplay aller Teilnehmer über den gesamten Turnierverlauf hinweg hervorzuheben. Belohnt wurden am Ende schließlich alle Teilnehmer mit einer Urkunde und der Erkenntnis, dass der Sport verschiedene Kulturen zusammenführen kann.